Liebe Tierfreunde,

damit es nicht langweilig wird, und Sie Wissenswertes rund um Klein- und Heimtiere erfahren, stellen wir Ihnen hier den monatlich erscheinenden Tier-Punkt zur Verfügung. Ein kurzer Klick und viel Spass beim Lesen!

Sollten sich daraus Fragen bezüglich Ihres Tieres ergeben, keine Scheu, melden Sie sich bei uns. Wir werden sie gerne beantworten.

BRACHYCEPHALIE

Sehr geehrte Kunden

 

Hier können Sie sich den neuesten Informationsflyer über "BRACHYCEPHALIE" rund um das Thema Qualzuchten durchlesen. Dieser Flyer wurde von der Bundestierärztekammer und mit Beteiligung der vier weiteren großen tierärztlichen Verbände in einer Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema Qualzuchten beschäftigen, entworfen. Thematisiert werden die massiven Auswirkungen extremer Kurzköpfigkeit auf die Gesundheit bestimmter Rassen.

 

Madenbefall (Myiasis) bei Kaninchen




Liebe Kaninchenbesitzer,

die warme Jahreszeit hat begonnen, mit ihr tritt jedes Jahr beim Kaninchen eine
häufige Erkrankung auf-die sogenannte "Myiasis" , Madenbefall .
Meist sind es Arten von Schmeiß und Fleischfliegen, die Ihre Eier je nach Art
bevorzugt in Kot und harnverschmiertes Fell oder in (Biss) Verletzungen ablegen.
Bei stark geschwächten Tieren, die den Anflug von Insekten nicht mehr abwehren können, werden auch andere Stellen wie z.B. die Schleimhäute der Körperöffnungen
oder intakte Haut angeflogen.
Je nach Temperatur und Art der Fliege schlüpfen aus den Eiern der Fliege innerhalb
von Stunden oder Tagen Larven, die sich von den Ausscheidungen des Wirtes
bzw. den Sekreten der Haut, aber auch von Gewebe ernähren.
Da sich die Larven durch die Haut fressen, kann es nicht nur zu tiefen Verletzungen,
sondern auch zu inneren Blutungen, bakteriellen Sekundärinfektionen und
Blutvergiftungen kommen.
Erkennbar sind die Eier meist in Paketen , die am Kaninchen befestigt sind.
Außerdem lassen sich geschlüpfte kleine weißlich-gelbe und bewegliche Würmer
im Fell und auf der Haut erkennen.
Desweiteren gehen durch Kot und Urin verschmutzte Afterregionen häufig mit
haarlosen Stellen einher.
Oftmals sind Hautareale entzündet.
Im fortgeschrittenem Stadium finden sich Bohrgänge tief im Gewebe.
Weitere Anzeichen sind:
-gestörtes Allgemeinbefinden
-Appetitlosigkeit
-Schwäche
Bei starker Vermehrung kann man die Maden knistern hören.
Dieser gesamte Prozess ist für Ihr Tier sehr qualvoll, da
Kaninchen still leiden. Bei zu später Erkennung der Krankheit führt der
Befall zum Tode.
Deswegen kontrollieren Sie Ihr Tier täglich! Insbesondere in der Afterregion
und den Inguinaldrüsen.
Falls Verunreinigungen am Po sichtbar sind, waschen Sie diese mit warmem Wasser aus,
oder schneiden starke Verschmutzungen vorsichtig mit einer Schere heraus.
Sollten bereits Maden sichtbar sein, sammeln Sie diese mit einer Pinzette ab.
Als nächsten Schritt sollten Sie sofort Ihren Tierarzt aufsuchen!!!!
Je nach Schweregrad, wird das Tier dort weiter versorgt.
Medikamente wie " Nitenpyram" sollen zum Auswandern der Maden aus dem Gewebe führen. Befinden sich die Maden aber bereits im Bauch, kann das Medikament nicht mehr helfen.  Alternativ kann auch ein Antiparasitikum mit dem Wirkstoff " Doramectin"  oder
Ivermectin zum Abtöten der im Körper befindlichen Maden gespritzt werden.

"Ich habe da etwas krabbeln sehen...."

Was sind Flöhe?
Flöhe sind Parasiten (1,5 bis 4,5 Millimeter Länge), die von warmblütigen Tieren leben, wobei 94 Prozent aller Arten auf Säugetieren parasitieren und etwa 6 Prozent auf Vögeln. Flöhe haben zwar Vorlieben für bestimmte Wirtstiere, sind aber nicht ausschließlich auf diese angewiesen.

 

Woran erkenne ich, dass mein Tier Flöhe hat?
Auffälliges Jucken und Kratzen sind meist die ersten Hinweise. Nun hilft ein Flohkamm, mit welchem man das Fell seines Tieres gründlich durchkämmt. Lassen sich hierbei schwarze, kleine Krümel entdecken, müssen diese nun auf ein feuchtes Tuch gelegt werden. Färben sich die Krümel rostrot an, handelt es sich um Flohkot. Dieser enthält verdautes Blut der Flöhe und lässt sich somit beim Anfeuchten gut von anderem Schmutz unterscheiden.

 

Was tue ich, wenn mein Tier Flöhe hat?
Keine Panik! Behandelt man sein Tier und die Umgebung bei Flohbefall gründlich und regelmäßig, wird man die kleinen Parasiten auch wieder los.
1. Behandlung des Tieres
- Auftragen verschiedener Spot-On-Präparate/ Gabe von Tabletten gegen Flöhe (Achtung: die meisten Präparate erfordern Wiederholungen in bestimmten Abständen. Informieren Sie sich gerne in unserer Praxis darüber, wir beraten Sie gerne)
- Ihr Tier weiterhin überall hinlassen, wo es vorher auch sein durfte (z.B. Bett, Sofa,…), damit es als „Flohfalle“ agieren kann. Die Flöhe, die dann zum Blutsaugen an Ihr Tier gehen, werden durch die verschiedenen Medikamente schnell abgetötet
2. Behandlung der Umgebung
- bei größerem Flohbefall mit verschiedenen Foggern/Sprays
- alle Bezüge, Decken, usw. die waschbar sind, bei 60°C waschen
- die Wohnung mehrmals und über einen längeren Zeitraum gründlich wischen und saugen (WICHTIG: den Staubsaugerbeutel/-behälter immer sofort nach dem Saugen auslehren! Die eingesaugten Floheier können sich sonst im Beutel weiterentwickeln und ihren Weg nach draußen finden)
- auch Orte behandeln, an die man normalerweise nicht als Erstes denkt, wie z.B. Auto, Transportbox des Tieres, Gartenhaus,…
Nach der Flohbekämpfung ist es ratsam eine Wurmkur zu machen, denn Flöhe können auch Bandwürmer übertragen.

 

Vorsorge
Um Ihr Tier vorsorglich gegen Flöhe zu schützen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel verschiedene Spot-On-Präparate für Hund und Katze, die ungefähr alle 4 Wochen aufgetragen werden. Des Weiteren können Sie Ihrem Tier Tabletten geben. Der Abstand der Gaben beträgt ebenfalls 4 Wochen. Zusätzlich gibt es für den Hund die Möglichkeit einer Tablette, deren Wirkung 3 Monate vorhält.
Außerdem hilft regelmäßiges Kontrollkämmen Ihrer Tiere dabei, einen Flohbefall so früh wie möglich zu erkennen.

 

Ihr Praxisteam

Der EU-Heimtierausweis (der „blaue Ausweis“)

 

 

Liebe Tierbesitzer,

seit nunmehr 11 Jahren ist für das Reisen innerhalb der EU mit Hund, Katze oder Frettchen der blaue EU-Heimtierausweis vorgeschrieben. Nur vom Veterinäramt ermächtigte Tierärzte dürfen diesen Ausweis ausstellen. Zwingende Voraussetzung für Ihr Tier ist eine eindeutige Kennzeichnung. Früher galt noch eine gut lesbare Tätowierung, seit dem 3. Juli 2011 ist nur noch eine Microchip-Kennzeichnung zugelassen, welche in Niedersachsen seit Juli 2013 nach dem niedersächsischen Hundegesetz grundsätzlich für alle Hunde vorgeschrieben ist.

Seit dem 29. Dezember 2014 sind bereits wieder neue Modelle des EU-Ausweises verpflichtend, die noch mehr Einzelheiten fordern. Die personenbezogenen Daten des Tierhalters müssen mit seiner Unterschrift bestätigt werden. Außerdem müssen die kompletten Kontaktdaten des ausstellenden Tierarztes angegeben und unterschrieben sein. Die Chipnummer, die Implantationsstelle und das Implantationsdatum, sowie die Chargenaufkleber der Tollwutimpfung müssen laminiert versiegelt sein. Ist eine Laminierung defekt, wird der Ausweis automatisch ungültig. Des Weiteren ist bei der Tollwutimpfung nicht nur das Impf- und Gültigkeitsdatum anzugeben, sondern bei der Ersttollwutimpfung auch das Datum, ab wann die Tollwutimpfung zum Reisen befähigt. Die ausstellenden Tierärzte müssen die Kontaktdaten der Tierhalter, die kompletten Daten des Tieres mit Chipnummer und die Ausweisnummer jederzeit nachvollziehbar für mindestens 3 Jahre aufbewahren.

Da der EU-Ausweis für den Halter des Tieres auch Mehrkosten bedeutet, sollte sich jeder gut überlegen, ob er einen solchen braucht oder nicht. Innerhalb Deutschlands reicht auf jeden Fall ein normaler Impfausweis, um insbesondere den Tollwutimpfschutz zu dokumentieren.

Mehrkosten entstehen durch:

+ die Anschaffungskosten des EU-Heimtierausweises

+ das zeitaufwendige Ausstellen des neuen EU-Ausweises

+ das vorgeschriebene Ablesen des Microchips bei jeder Eintragung in den Ausweis

Vor dem 29.12.2014 ausgestellte Vorgängermodelle des EU-Ausweises sind bis zum Ableben des Tieres gültig.

Sollten Sie Fragen zum Thema „EU-Heimtierausweis“ haben, sind wir für Sie da.

 

Ihr Praxisteam

Jucke Jucke

Jucke, Jucke, Jucke…. Grasmilben!!!

Die Sonne steht wieder hoch am Himmel. Das Frühjahr war zwar nicht schön, aber die richtig warme Jahreszeit beginnt erst noch. Jetzt wissen manche Tierbesitzer schon, dass bei ihrem Vierbeiner bald das Geknibbele und Gekratze wieder losgeht. Und die meisten Hunde- oder Katzenhalter können sich auch noch an die Ursache des letzten Sommers erinnern: gemeint sind die Grasmilben, genannt auch Herbstgrasmilben, Erntemilben oder Heumilben.

Es handelt sich um eine kleine Spinnentierart namens  Neotrombicula autumnalis. Diese winzigen blassrötlichen Spinnentiere (bis zu 2 mm groß) gehören zur Familie der Laufmilben und kommen fast überall auf der Welt vor. In unseren Breiten leben sie von ca. April bis Oktober im und auf dem Boden und ernähren sich von noch kleineren Tierchen, fallen uns also zunächst gar nicht auf und haben auch keine Konsequenz für uns. Sie bevorzugen offenes Grünland, insbesondere niedrige Vegetation, wie Wiesen, Gärten, Parks und Wegränder.

Erst die aus den abgelegten Eiern schlüpfenden Larven werden zu Wirbeltierparasiten. Sie befallen hauptsächlich kleine Nagetiere, genauso aber auch Hund und Katze sowie sogar den Mensch. Für ihre Entwicklung brauchen sie Wärme, deshalb häufigstes Vorkommen von ca. Juli bis Ende September. Die kleinen Larven erklimmen Grashalme, bevorzugte Höhe 5 – 20 cm, lauern dort ihren Saugopfern auf und lassen sich beim Durchgehen einfach abstreifen. Mit ihren kleinen 6 Beinen sind sie sehr behände und können sich an ihrem Wirt gut festhalten.

Mit ihrem Beißwerkzeug ritzen bzw. durchbohren sie die Haut ihrer Opfer. Sie leben von Zellsäften und Lymphe, nicht von Blut. Mithilfe ihres Speichels lösen die kleinen Räuber Zellgewebe auf und nehmen dann den entstandenen Brei auf. Die im Speichel enthaltenen Enzyme lösen bei vielen Tieren und auch Menschen extremen Juckreiz aus. Bevorzugt werden bei unseren vierbeinigen Schützlingen Hautfalten und weiche Hautpartien befallen. Somit kann man die kleinen orange bis rostfarbenen Larven häufig zwischen den Zehen, in den Armbeugen, an den Augenbrauen, in den Ohrfalten oder auf dem Nasenrücken erkennen. Dort bilden sie manchmal richtige Kolonien und werden häufig mit Schorf oder Grind verwechselt. Nach dem Saugakt, der durchschnittlich nur wenige Tage dauert und die Plagegeister bis zu einer Größe von 0,3 mm anwachsen lässt, fallen die Larven dann einfach wieder ab, dringen in den Boden ein und entwickeln sich in den nächsten Monaten bis zum Frühjahr über das Nymphenstadium wieder zu achtbeinigen erwachsenen Grasmilben. Der Kreislauf kann wieder beginnen…

Im Gegensatz zu den tierischen Opfern lassen sich bei den unter Juckreiz leidenden Menschen die Parasiten nur äußerst selten nachweisen, da die Grasmilbenlarven bei uns nur sehr kurz saugen. Man geht von ca. 4-8 Stunden aus. D.h. wenn bei uns der Juckreiz insbesondere nachts unter warmer Decke losgeht, sind die Larven meist schon wieder abgefallen. Außerdem bilden die kleinen Plagegeister bei uns keine Kolonien. Somit ist die Diagnose „Juckreiz durch Grasmilbenlarvenbefall“ beim Menschen deutlich schwerer als bei den vierbeinigen Wirten zu stellen.

Gott sei Dank lösen die Grasmilbenlarven längst nicht bei jedem Opfer Juckreiz aus. Nur die Befallenen, die eine gewisse Allergie auf den Speichel der Larven entwickeln, können große Probleme bekommen. Häufig kann man bei Hund und Katze im Spätsommer die besagten orangenen Krüstchen zwischen den Zehen oder im Gesichtsbereich entdecken, ohne dass die Tiere in irgendeiner Weise darunter leiden. In diesen Fällen muss man auch nichts dagegen unternehmen. Bislang sind keine Übertragungskrankheiten bekannt.

 

Aber wehe den Opfern, die Juckreiz empfinden: Ruhelosigkeit, schlaflose Nächte, Ekzeme und sogar schlimme Hautentzündungen durch unaufhörliches Belecken und Knibbern der befallenen Partien können die Folge sein. In diesen Fällen ist ein Vorstellen beim Tierarzt nicht mehr zu vermeiden. Leider steht bislang immer noch kein sicher gegen die Larven wirkendes Medikament zur Verfügung. Mit sogenannten Repellentien kann jedoch der Befall genau wie gegen Zecken (gehören auch zu den Spinnentieren) deutlich reduziert werden. Zusätzlich können die befallenen Partien, solange sie nicht entzündet sind, mit hochprozentigem Alkohol oder anderen geeigneten Parasitenmitteln eingerieben werden. Den Patienten, die selbstzerstörerisch unaufhörlich ihre befallene Haut bearbeiten, müssen juckreiz- und entzündungshemmende Therapeutika lokal oder sogar per Injektion oder oral verabreicht werden. In leichteren Fällen kann auch eine alternative Behandlungsmethode von Erfolg gekrönt sein.

Vorbeugend sollte man mit den Hunden, von denen man die Empfindlichkeit gegen Grasmilbenlarven kennt, in den Monaten von Juli bis September möglichst Grasmilbengebiete meiden. Oftmals kann man die verseuchten Wiesen, Gärten oder Wegränder erkennen: an den Grashalmen werden bei näherem Hinsehen orangene  bis rostfarbene Verfärbungen sichtbar. Und in besonders verseuchten Gärten sieht der Rasen manchmal richtig rötlich aus. Hier hilft auf jeden Fall auch häufiges Mähen und anschließendes Entsorgen des Rasenschnitts mit dem Biomüll. Auf keinen Fall den Schnitt auf den Kompost, die gut beweglichen Larven sind ruck-zuck wieder auf den Grasspitzen. Auch ein intensives Abspülen unseres Vierbeiners mit klarem Wasser nach dem Spaziergang oder Gartenaufenthalt kann einen Befall reduzieren.

 

Wir wünschen unseren Vierbeinern und Tierbesitzern einen schönen und möglichst Juckreiz freien Sommer.

Ihr Praxisteam